Zypressenalleen, mittelalterliche Städte auf Hügeln und Weinberge so weit das Auge reicht: Die Toskana lässt sich am schönsten mit dem eigenen Tempo entdecken. Mit dem Mietwagen führt dich die Route von Florenz über das Chianti-Gebiet bis ins Val d’Orcia, ganz ohne festen Fahrplan.
Kaum eine Region Italiens eignet sich so gut für einen Roadtrip wie die Toskana. Die Distanzen zwischen den Highlights sind kurz, die Landschaft wechselt von Kunststädten zu Weinbergen und Küstenabschnitten, und über kleine Landstraßen erreichst du auch Orte, die mit Bus oder Bahn kaum zugänglich sind. Wir zeigen dir eine bewährte Route, worauf du beim Mietwagen achten solltest und wann sich die Reise am meisten lohnt.
Die beste Reisezeit für deinen Toskana Roadtrip
Am angenehmsten fährst du im Frühling (April bis Juni) oder im Frühherbst (September, Oktober) durch die Toskana. In diesen Monaten sind die Temperaturen mild, die Straßen weniger überlaufen und die Landschaft zeigt sich besonders farbenfroh, sei es durch blühende Mohnfelder im Mai oder die goldene Weinlese im Herbst. Der Hochsommer lockt zwar mit stabilem Wetter, bringt aber hohe Temperaturen, volle Städte wie Siena oder San Gimignano und spürbar höhere Mietwagenpreise mit sich.
Die perfekte Route durch die Toskana
Eine klassische Toskana-Route lässt sich gut in 7 bis 10 Tagen fahren und verbindet Kunststädte, Weinregionen und ruhige Landstraßen. Plane pro Etappe genug Zeit ein, denn die Reize dieser Region liegen oft abseits der Hauptstrecke.
Etappe 1: Florenz und das Chianti-Gebiet
Start und Ziel vieler Rundreisen ist Florenz, wo du auch deinen Mietwagen abholen kannst. Von hier führt die Route südwärts durch das Chianti-Gebiet, bekannt für seine Weinberge, Zypressenalleen und kleine Weingüter, die sich für eine Verkostung unterwegs anbieten. Die Chiantigiana (SR222) verbindet Florenz mit Siena und gilt als eine der schönsten Panoramastraßen der Region.
Etappe 2: Siena, San Gimignano und Volterra
Siena selbst lohnt mindestens einen halben Tag, vor allem wegen der Piazza del Campo und des Doms. Weiter geht es Richtung Westen zu den Türmen von San Gimignano und dem etruskisch geprägten Volterra. Beide Orte liegen auf Hügeln, die Zufahrtsstraßen sind kurvig, aber gut ausgebaut.
Etappe 3: Val d'Orcia und Crete Senesi
Der vielleicht fotogenste Abschnitt der gesamten Route: Über sanfte Hügel, einsame Zypressen und Orte wie Pienza, Montepulciano und Bagno Vignoni führt dich die Straße durch das UNESCO-Weltkulturerbe Val d’Orcia. Auch die Tonhügel der Crete Senesi rund um Asciano gehören zu den eindrücklichsten Landschaften der Toskana.
Etappe 4: Küste und Rückfahrt
Wer noch Zeit hat, verlängert die Route Richtung Maremma oder zur Zypressenallee von Bolgheri, bevor es zurück nach Florenz oder Pisa geht. Diese Etappe eignet sich besonders für alle, die den Roadtrip mit ein paar Tagen am Meer abschließen möchten.
Mietwagen für die Toskana: Das solltest du beachten
Für einen entspannten Roadtrip in der Toskana ist die Wahl des richtigen Fahrzeugs fast wichtiger als die Route selbst. Die historischen Altstädte sind auf kleine Autos ausgelegt, nicht auf große SUVs oder Vans.
- Fahrzeuggröße: Ein Kleinwagen oder Kompaktwagen kommt in engen Gassen und auf schmalen Landstraßen deutlich besser durch als ein großes Fahrzeug.
- ZTL-Zonen: Viele Altstädte, unter anderem in Florenz und Siena, haben eine Zona a Traffico Limitato. Die Einfahrt ohne Genehmigung wird per Kamera erfasst und automatisch mit einem Bußgeld belegt, das oft erst Monate später zugestellt wird.
- Parken: Stelle dein Auto möglichst außerhalb der Altstädte auf ausgewiesenen Parkplätzen ab und erkunde die Zentren zu Fuß.
- Maut: Auf den Autobahnen (Autostrada) fällt in Italien eine Mautgebühr an, die je nach Strecke abgerechnet wird. Bargeld oder Karte für die Mautstationen bereithalten.
- Buchung: Vergleiche Angebote verschiedener Autovermietungen und achte auf die Abholstation, viele Roadtrips starten direkt am Flughafen Florenz oder Pisa.
Praktische Tipps für unterwegs
- Plane für die Val d’Orcia und die Crete Senesi ausreichend Zeit für Fotostopps ein, die Straßen laden ständig zum Anhalten ein.
- Buche Unterkünfte in kleineren Orten oder Agriturismi frühzeitig, besonders in der Hochsaison sind diese schnell ausgebucht.
- Nimm dir für Siena, San Gimignano und Volterra jeweils mindestens einen halben Tag Zeit, die Städte lassen sich kaum im Vorbeifahren erleben.
- Fülle den Tank rechtzeitig auf, auf den Landstraßen zwischen den Dörfern liegen Tankstellen teils weit auseinander.
Fazit: Mit dem Mietwagen die Toskana in deinem Tempo entdecken
Ein Roadtrip durch die Toskana verbindet Kunststädte, Weinberge und stille Landschaften auf kurzen Distanzen. Für eine entspannte Reise gilt:
Wähle die Reisezeit im Frühling oder Frühherbst für angenehme Temperaturen und weniger Verkehr. Setze auf ein kleines bis kompaktes Fahrzeug für die engen Altstädte und Landstraßen. Informiere dich vorab über die ZTL-Zonen der Städte auf deiner Route. Plane genug Zeit für Fotostopps und kleinere Orte abseits der Hauptrouten ein.
Mit der richtigen Vorbereitung wird der Toskana Roadtrip zu einer der schönsten Mietwagenreisen Italiens.
Häufige Fragen zum Toskana Roadtrip
Für eine entspannte Route über Florenz, Chianti, Siena und das Val d’Orcia solltest du mindestens 7 Tage einplanen. Wer auch die Küste oder Nordtoskana besuchen möchte, plant besser 10 bis 14 Tage.
Ein Klein- oder Kompaktwagen reicht völlig aus und ist in den engen Altstädten sowie auf kurvigen Landstraßen deutlich praktischer als ein großes Fahrzeug.
ZTL steht für Zona a Traffico Limitato, also einen verkehrsberuhigten Bereich in historischen Stadtzentren. Fährst du ohne Genehmigung hinein, wird das per Kamera erfasst und im Nachhinein mit einem Bußgeld geahndet.
Florenz und Pisa sind die gängigsten Startpunkte, da beide Städte gut angebunden sind und dort zahlreiche Autovermietungen ihre Stationen haben.
Ja, auf den Autobahnen (Autostrada) wird eine streckenabhängige Mautgebühr fällig. Die Zahlung erfolgt an den Mautstationen per Karte oder Bargeld.
Frühling und Frühherbst bieten mildes Wetter, weniger Touristen und günstigere Mietwagenpreise als der Hochsommer, in dem es zudem sehr heiß werden kann.
Bei vielen Anbietern ist eine Einwegmiete möglich, etwa von Florenz nach Pisa. Dafür fällt in der Regel eine zusätzliche Gebühr an, die du am besten schon bei der Buchung mit einplanst.